Rohbau

Ein ganzer Tross von Bauarbeitern balanciert über Betonstelen, Eisengitter sowie verlegte und unverlegte Rohrsysteme. Die Kunstfelsenbauer drapieren zurzeit Kunststoffröhren um die bereits verlegten Wasserrohre - das fragile Gerüst für die folgenden Betonspritzarbeiten. Sobald der Beton die hervorstehenden kunstvollen Gebilde bedeckt und alle Hohlräume ausgefüllt hat, machen sich die sogenannten Carver an die naturgetreue Modellierung der Kunstfelsen. Schon jetzt ist der Unterschied deutlich: Während im Walrossbecken die arktische Variante der Felsenwelt vorherrscht, dominieren im geplanten Seebärenbecken die antarktischen Formationen künstlich hergestellten Schichtgesteins. Rund zehn Prozent der geplanten Kunstfelsenarbeiten sind zurzeit fertig - aber das Prunkstück fehlt noch: der Monolith über der Eisbärenanlage, der die gesamte Szenerie überragen soll, wie schon sein Vorgänger im historischen Eismeer.

Langsam aber sicher nimmt das neue Eismeer seine kantigen Formen an. Der Rohbau der kompletten Anlage soll bis Mitte November, die Becken für Seehund, Walross und Co. sogar schon Ende Oktober fertig gestellt sein. Die Ausmaße dieser Becken sind beeindruckend - allein das Walross-Domizil wird doppelt so groß sein, wie das Große Hai-Atoll im Tropen-Aquarium.

Trotz der harten Winter sollten die Bauarbeiten am neuen Eismeer wie ursprünglich geplant im Sommer 2011 abgeschlossen sein. Doch große Bauprojekte haben ihre eigenen Regeln. Immer wieder stand das Planungs- und Bauteam vor neuen Herausforderungen technischer Art, die gemeistert werden mussten. Damit die Tiere ausreichend Zeit haben, sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen, ist die offizielle Eröffnung der jüngsten Hagenbeck-Attraktion für den Frühsommer 2012 geplant.