Eismeer-Eröffnung am 5. Juli 2012

Endlich ist das neue Eismeer im Tierpark Hagenbeck für alle Gäste geöffnet - und das komplett. Ein 750 Meter langer Besucherweg führt in etwa 1 ½ Stunden durch das Eismeer. Panoramascheiben im Inneren der begehbaren Anlage erlauben unterschiedlichste, zum Teil ganz ungewohnte, aber immer äußerst spannende Unterwasser-Einblicke. Fantastische Beobachtungen von tauchenden Eisbären, Seebären, Walrossen und Pinguinen gehören dazu.

Rosige Wangen, kühle Luft und ein bisschen Gänsehaut gehören einfach dazu. Denn hier ist nicht nur das Tier, sondern auch der Mensch mittendrin in den polaren Welten. Ob Nase an Nase mit einem tauchenden Eisbären oder inmitten einer Kolonie von Pinguinen – im neuen Eismeer wird jeder Besucher zum Polarforscher. Die 20 Millionen Euro teure Weltneuheit ermöglicht aber nicht nur ein einmaliges Besuchserlebnis, sondern eine fortschrittliche, naturnahe Tierhaltung. Auch das Energiekonzept mit Regen- und Brauchwassernutzung, geothermischem Wärmetauscher und solar erzeugtem Strom sucht seinesgleichen.

Gar nicht scheu: Walrossdame Neseyka. © Lutz Schnier

Eine Gesamtfläche von mehr als 8.000 Quadratmetern und innovative Kälte- und Wassertechnik sorgen dafür, dass die tierischen Bewohner naturnahe Bedingungen vorfinden. 1.200 Quadratmeter Wasserfläche und 5,3 Millionen Liter Wasser – das sind mehr als 35.000 gefüllte Badewannen – in verschiedenen Becken bieten den Tieren viel Platz zum Schwimmen und Tauchen. Und das alles vor den Augen der Besucher, die das Treiben durch die großen Scheiben beobachten können. 

Prachteiderenten, Küstenseeschwalben, Kampfläufer und andere arktische Seevogelarten leben in der großen, begehbaren Seevogel-Voliere. Die speziell für dieses Gehege entwickelte Wellenanlage lässt nicht nur das Wasser, sondern mit ihm auch die Vögel und durch die Unterwasser-Einsicht sogar die Meeresalgen tanzen. Mittelpunkt der einmaligen Anlage ist ein charakteristischer 15 Meter hoher Kunstfelsen.

Auch das Spiel darf bei Eisbärin Victoria keinesfalls zu kurz kommen. © Götz Berlik

Das Eismeer fußt auf historischem Boden: Mit der Tierpark-Eröffnung 1907 weihte der Gründer Carl Hagenbeck hier das „Nordland-Panorama“ ein und präsentierte damals weltweit erstmalig eine arktische Landschaft mit Tieren, die nur durch Gräben von den Besuchern getrennt waren. Das ursprüngliche Panorama war um ein Vielfaches größer als das Eismeer, das viele Hagenbeck-Freunde aus den vergangenen Jahrzehnten kannten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die vorher begehbare Anlage schwer zerstört und nie wieder in ihrer ursprünglichen Form aufgebaut. Die nun kleinere Nachkriegs-Anlage war u. a. das Zuhause des berühmten Walrosses Antje und bis zum Abriss des mittlerweile baufälligen Gebäudes im Frühjahr 2009 bewohnten Seebären, Mähnenrobben, Humboldt-Pinguine und Eisbären die Felsen. Das heutige Eismeer orientiert sich architektonisch eng am historischen Vorbild, ist trotzdem hochmodern und – typisch Hagenbeck – weltweit richtungsweisend.